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Zahl der Krankenkassen weiter gesunken

Zahl der Krankenkassen weiter gesunken

26.01.2016

Zahl der Krankenkassen weiter gesunken

Die Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung werden von den einzelnen organisatorisch und finanziell selbstständigen Krankenkassen (Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung) wahrgenommen.


Zu Jahresbeginn 2016 gab es 118 Krankenkassen, die sich nach Kassenart und Größe (Zahl der Versicherten) unterscheiden (vgl. dazu Abbildung VI.6b): 11 Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK), 6 Ersatzkassen, 6 Innungskrankenkassen und 95 Betriebskrankenkassen.

Betrachtet man die Entwicklung seit 1992 - damals wurden 1.223 einzelne Kassen registriert - so zeigt sich eine drastische Reduzierung der Kassenzahl und damit ein erheblicher Anstieg der Versicherten je Kasse.
Verantwortlich dafür ist der andauernde Zusammenschluss von einzelnen Kassen, die eigenständig nicht wettbewerbs- und überlebensfähig waren. Beispiele dafür sind die Vereinigungen von Ortskrankenkassen - zunächst auf örtlicher Ebene, dann auf der Ebene von Bundesländern und schließlich zwischen Bundesländern.
Zu nennen ist hier u.a. die AOK Nordwest (zuvor Westfalen und Schleswig Holstein). Auch große Kassen schließen sich zusammen, und diese Zusammenschlüsse finden auch kassenartenübergreifend statt. Als ein Beispiel unter vielen kann hier die Fusion der BKK Gesundheit mit der DAK zur DAK Gesundheit, also einer Betriebskrankenkasse mit einer Ersatzkasse, genannt werden. Bei einer solchen kassenartenübergreifenden Vereinigung muss dann festgelegt werden, welcher Kassenart die neue Krankenkasse angehören soll.
Die Daten zeigen, dass durch die Regelungen des GKV-Finanzstruktur- und Qualitätsweiterentwicklungsgesetz, das zum 01.01.2015 in Kraft getreten ist, der Fusionsprozess noch einmal verstärkt worden ist.
So wurden im Laufe des Jahres 2015 allein acht Fusionen vereinbart. Diese Entwicklung wird sich 2016 verstärkt fortsetzen. Denn der allgemeine Beitragssatz von 14,6 % ist gesetzlich eingefroren.
Reichen die Mittel aus den Beitragseinnahmen und dem Bundeszuschuss und entsprechend die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht aus, um die Ausgaben einer Krankenkasse zu finanzieren, müssen die Kassen Zusatzbeiträge erheben, die allein von den Versicherten zu tragen sind. Eine paritätische Mittelaufbringung gibt es also nicht mehr.

Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen werden allein die Versicherten zu finanzieren haben. Vor allem jene Kassen, die wegen ihrer überproportional hohen Ausgaben benachteiligt sind (vgl. Abbildung VI.24c), unterliegen dem Risiko, den Weg von steigenden Zusatzbeiträgen beschreiten zu müssen.
Erhebliche Mitgliederverluste werden die Folge sein, da die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht haben und in andere Kassen wechseln können, wenn es zu Zusatzbeiträgen kommt. Für das Jahr 2016 wird von einem kassendurchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1 % ausgegangen.
Er wird von einzelnen Kassen deutlich über- aber auch unterschritten. Berücksichtigt man die großen, mitgliederstarken Krankenkassen nach der Höhe der Zusatzbeiträge ab 2016 dann stehen die DAK Gesundheit (1,5 %) und die AOK Rheinland-Hamburg an der Spitze. Für 2016 steht an, dass sich die Bamer GEK mit der Deutschen BKK zusammenschließt.
Dann entstünde mit rund 9,6 Millionen Versicherten eine neue Großkasse - noch vor der TK. Dies deutet darauf hin, dass am Ende wohl nur noch einige große Kassen das Bild der gesetzlichen Krankenversicherung prägen. Methodische Hinweise Die der Krankenversicherungsstatistik des Bundesgesundheitsministeriums und des GKV-Spitzenverbandes entnommenen Daten beruhen auf den Meldungen der gesetzlichen Krankenkassen und entstammen somit einer Vollerhebung.

Quelle

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